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Der August bedeutet im Jahreskreis den Höhepunkt des Sommers. Gleichzeitig bedeutet ein Höhepunkt immer ein erstes Abschiednehmen von dem, was gerade ist. Diesen Moment markiert „Lammas“ am 1. August: das erste von drei Erntefesten anlässlich der ersten Getreideernte.
Dieses keltische Fest soll uns daran erinnern, die Fülle zu sehen und dankbar zu sein für das, was in diesem Jahr gewachsen ist. Im deutschen wird es auch als Fest der Schnitterinnen gefeiert. Das Schneiden des reifen Getreides markiert jedoch nicht das Ende der Fülle, sondern ihren Wandel. So wie aus dem Getreide Mehl oder Brot wird, lädt uns dieses Fest ein, innezuhalten und zu wertschätzen: was ist dieses Jahr bereits in & um mich gewachsen? Was darf sich aus dieser Fülle entwickeln?
Unser Nervensystem ist von Natur aus darauf ausgelegt, unseren Blick darauf zu richten, was noch fehlt. Es möchte, dass wir maximal in Sicherheit sind und alle möglichen bestehenden Unsicherheiten beseitigen. Doch dieses Erntefest erinnert uns, bewusst die Fülle zu feiern.
Und selbst wenn vielleicht nicht alles so ist, wie du es dir für dieses Jahr ausgemalt hast: Ist es möglich, für einen Moment mit dem ganzen Körper und Geist Ja zu sagen zu dem, was bereits da ist? Kein Zaudern oder Hinterfragen, sondern radikales Annehmen des Jetzt. Was wäre, wenn du für einen Moment darauf vertraust, dass du auf deinem Weg jetzt genau dort richtig bist?
Denn dieses Fest markiert gleichzeitig den Abschied vom Sommer und erinnert uns daran, dass alles im Übergang begriffen ist. Dass die Natur und das Leben immer ein Weg sind. Und ein Ankommen vielleicht gar nicht bedeutet, am Ende eines Weges zu stehen. Sondern die Fülle des Augenblicks wahrzunehmen, bevor wir den nächsten Schritt gehen.
Hier schließt sich der Kreis zum Anusara Yoga, das bedeutet „mit Gnade fließen“ – im Fluss des Lebens. So üben wir auf der Matte in jedem Moment immer wieder in Verbundenheit mit Körper & Geist anzukommen, um aus dieser Fülle in den Übergang zur nächsten Haltung zu gehen. Weil Fülle eben nicht bedeutet, dass alles perfekt ist, sondern mit allem zu sein, was bereits da ist.
