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Egal in welchem Alter: wir hadern mit unserem Körper. Überwiegt in den jüngeren Jahren die Optik, kämpfen wir mit zunehmendem Alter mit der Funktionalität. Wenn etwas schmerzt oder nicht wie gewünscht läuft, sprechen wir schnell von „der Strafe unseres Körpers“. Wir glauben, dass er uns für möglicherweise nicht ideale Lebensweisen maßregelt. Doch diese Annahme macht unsere Beziehung mit ihm auch nicht konfliktfreier.
Dabei merken wir ihn im Alltag doch so gut wie gar nicht. Wir rauschen durchs Leben und kümmern uns um die Familie, Arbeit, Wohnung oder was sonst ansteht. Wie viel sich unser Körper währenddessen um uns kümmert und dafür sorgt, dass wir in der Lage sind, all den Anforderungen nachzukommen oder sogar manche Lebensgewohnheit ausgleicht, merken wir gar nicht. Weil es so geräuschlos abläuft.
Während du dies liest, pumpt dein Herz das Blut mit bis zu 1,1 Metern pro Sekunde durch den Körper. In nur maximal 1 Minute fließt es einmal durch den gesamten Kreislauf. Und in nur einer Sekunde werden bis zu 50 Millionen Körperzellen abgebaut und durch neue ersetzt. Unser Körper ist solch ein selbstständiges, hochintelligentes und kraftvolles Wunderwerk. Er regelt einfach.
Yoga schenkt uns den Raum, ihn überhaupt wahrzunehmen. Den Rausch des Alltags kurz anzuhalten. Dem Atem zuzuhören. Uns beginnen zu bewegen, ohne ein bestimmtes Ziel erreichen zu müssen. In der langsamen Bewegung fällt uns der Kontakt zum Körper manchmal leichter. Wir spüren, wie er seine Temperatur reguliert, der Herzschlag sich verändert oder die Atmung sich an die Bewegung anpasst. Wir rufen Kraft in unseren Beinen oder im Bauch ab und erleben, wie unser ganzes System nach der Anstrengung ganz von selbst wieder ruhiger wird.
Deshalb geht es im Yoga gar nicht darum, den Körper zu mögen. Vielleicht genügt es, ihn wahrzunehmen und anzuerkennen, wie er in jedem Augenblick für uns da ist.
Wir alle sehnen uns danach, von unserem Umfeld so gesehen und akzeptiert zu werden, wie wir sind. Warum nicht mit unserem eigenen Körper beginnen? Vielleicht kann mit der Zeit im Yoga etwas entstehen, das sich fast von selbst entwickelt: Verständnis für den eigenen Körper.
